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Es ist, als würde man jemandem auf der Straße begegnen, für einen Moment Seite an Seite mit ihm gehen oder ihm im Entgegenkommen ausweichen, ihn aber sofort wieder aus den Augen verlieren, um dem nächsten flüchtigen Eindruck – wenn überhaupt – für den Bruchteil einer Sekunde oberflächliche Beachtung zu schenken – unbedeutsame Geschehnisse, in die periphersten Bereiche unseres Gesichtsfeldes projiziert, weit entfernt vom Fokus unserer tatsächlichen Interessen. Alles erscheint unscharf, verschwommen, schemenhaft. Im besten Fall lassen sich schwache Umrisse ausmachen, die Bilder jedoch setzen sich nicht in unserem Bewusstsein fest. Kurze Sequenzen tauchen auf und werden noch im Entschwinden aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Visualisierte Anonymität begleitet den städtischen Spaziergänger auf Schritt und Tritt.
Im Vorübergehen – Passing By